Batterien sind ein zentraler Baustein der Energiewende – sei es in der E-Mobilität, in Speichersystemen für erneuerbare Energie oder für digitale Technologien im Alltag. Damit sie den steigenden Anforderungen gerecht werden, arbeiten Forscher:innen europaweit an neuen Lösungen, die leistungsfähiger, sicherer und ressourcenschonender sind.
Lithium‑Ionen‑Batterien haben in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte ermöglicht – ob in Smartphones, E-Werkzeugen oder nachhaltiger Mobilität. Gleichzeitig wächst mit dem Ausbau erneuerbarer Energien der Bedarf rasant: Laut einer aktuellen Prognose des Fraunhofer-Instituts wird die Nachfrage in Europa bis 2030 auf über 1.000 GWh steigen – und erreicht damit mehr als das Zehnfache der aktuellen Kapazität. Um diesen Bedarf langfristig zu decken und Rohstoffe effizienter zu nutzen, sind innovative Lösungen wesentlich.
Genau hier setzt die europäische Batterieforschung an – mit Ansätzen, die neue Einsatzbereiche erschließen und bestehende Systeme erweitern. Besonders im Fokus stehen drei Technologien für eine moderne Energieversorgung der Zukunft.
Schwefel ist in Europa weit verbreitet und kommt etwa in Gips oder als industrielles Nebenprodukt vor. Als Bestandteil der Kathode – also jenem Teil der Batterie, der beim Entladen Elektronen aufnimmt – bietet er eine besonders hohe Energiedichte. Durch sein geringes Gewicht kann Schwefel beim Laden viele Elektronen aufnehmen und beim Entladen in großer Menge wieder abgeben – ein klarer Vorteil gegenüber klassischen Systemen. Dadurch eignen sich Lithium‑Schwefel‑Batterien ideal für Drohnen, die Luftfahrt oder kompakte E‑Mobilitätslösungen. Im EU‑Projekt TALISSMAN arbeiten Forscher:innen aktuell daran, Lithium‑Schwefel‑Batterien stabiler, langlebiger und industriell herstellbar zu machen.
Festkörperbatterien kommen ohne flüssige Bestandteile aus und gelten als besonders sicher, kompakt und langlebig. Sie könnten künftig vor allem in der E-Mobilität oder bei stationären Speichern eine wichtige Rolle spielen – dank kurzer Ladezeiten und hoher Zuverlässigkeit. Aktuell besteht jedoch eine zentrale Herausforderung: Die Kontaktstellen im Inneren der Batterie sind noch nicht stabil genug, was die Lebensdauer und Leistungsfähigkeit begrenzt. Im deutschen Kompetenzcluster FESTBATT der Justus‑Liebig‑Universität Gießen entwickeln Forscher:innen neue Wege für robuste Festkörperbatterien, um sie in die industrielle Anwendung zu überführen.
Diese Batterien nutzen Natrium als Ladungsträger – ein Rohstoff, der weltweit in großen Mengen vorkommt, etwa in Meersalz und natürlichen Salzlagerstätten. Das macht die Technologie kostengünstig, gut verfügbar und nachhaltig. Zwar erreichen Natrium‑Ionen‑Systeme nicht die Energiedichte von Lithium‑Ionen‑Batterien, dafür gelten sie aber als robust und ressourcenschonend. Studien des Fraunhofer-Instituts zeigen, dass sie künftig eine wichtige Ergänzung für Photovoltaik‑Speicher, große stationäre Anlagen und Off‑Grid‑Anwendungen sein könnten – besonders dann, wenn Materialverfügbarkeit, Preisstabilität und Ökologie im Vordergrund stehen.
Europas Forschung zeigt: Die Zukunft der Batterien liegt in ihrer Vielfalt. Neben etablierten Systemen entwickeln sich neue Ansätze wie Lithium‑Schwefel-, Festkörper- und Natrium‑Ionen‑Batterien rasant weiter. Jede dieser Technologien bringt eigene Stärken mit – von einer besonders hohen Energiedichte über erhöhte Sicherheit bis hin zu kostengünstigen und gut verfügbaren Materialien. Für viele dieser Systeme gibt es noch keine etablierten Recyclingprozesse. Umso wichtiger ist es, den Grundsatz „Design for Recycling“ bereits in der Entwicklung mitzudenken, um eine effiziente Wiederverwertung von Sekundär-Rohstoffen am Ende ihrer Lebensdauer zu ermöglichen.
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