KI als Treiber von Elektroschrott

Bis 2030 könnte das globale E-Waste-Aufkommen durch künstliche Intelligenz um das Tausendfache steigen. Ein nachhaltiger Umgang mit vorhandenen Ressourcen ist entscheidend.

Ob ChatGPT, Microsoft Copilot oder Google Gemini – künstliche Intelligenz (KI) ist auf dem Vormarsch. Sie ist in vielen Bereichen fester Bestandteil des digitalen Alltags und bringt enorme Potenziale für Automatisierung, effizientere Prozesse und neue Geschäftsmodelle. Gleichzeitig wächst der Bedarf an leistungsstarker Elektronik für die Verarbeitung großer Datenmengen – und damit verbunden – wertvoller Energie.

Mehr Rechenleistung, mehr Ressourcen

Die Internationale Energieagentur (IEA) geht davon aus, dass der Stromverbrauch von Rechenzentren von etwa 460 TWh im Jahr 2022 bis 2026 auf über 1000 TWh wachsen könnte.  Auch die Hardware-Anforderungen steigen mit zunehmender Nutzung von künstlicher Intelligenz: Server, Prozessoren und Speicherkomponenten werden durch neue Anwendungen stark beansprucht und zumeist nach wenigen Jahren ersetzt.

Massiver Zuwachs an E-Waste

Bis 2030 könnte sich die KI-induzierte Menge an Elektroschrott weltweit um den Faktor 1.000 erhöhen, so eine aktuelle Studie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften. Dieses Maximalszenario geht davon aus, dass künstliche Intelligenz gelebte Praxis im Alltag wird. Auch das konservative Szenario nimmt einen beachtlichen Zuwachs an: Bei geringer KI-Verbreitung könnte die Menge an Elektroschrott auf 400.000 bis 1,5 Millionen Tonnen im Jahr 2030 ansteigen. Das bedeutet immer noch einen Zuwachs um das 150-fache im Vergleich zum Ausgangswert 2023.

Kreislaufwirtschaft als Lösung

Die im Fachmagazin veröffentlichte Studie „Nature Computational Science“ bietet konkrete Ansätze, um den steigenden Ressourcenbedarf zu verringern: Eine verlängerte Nutzungsdauer der Geräte von 3 auf 4 Jahre kann das E-Waste-Aufkommen um bis 62 Prozent reduzieren. Verbesserte Algorithmen bieten ein Einsparpotenzial um die Hälfte im Vergleich zum Ausgangsszenario. Besonders vielversprechend ist die Wiederverwertung einzelner Module – etwa von Prozessoren oder Speichern. Durch gezielte Aufbereitung können bis zu 42 Prozent des Elektroschrotts eingespart werden.

Die Studie verdeutlicht: Der sorgsame Umgang mit vorhandenen Ressourcen ist entscheidend für eine gelebte Kreislaufwirtschaft aus Produktion, Konsum und Wiederverwertung von Rohstoffen. Wesentlich sind die korrekte Sammlung und Entsorgung ausgedienter Komponenten, um wertvolle Ressourcen wiederzuverwerten. Sie können durch längere Nutzung, effizientere Software und modulare Wiederverwertung im Kreislauf gehalten werden.

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