Vom 22. bis 30. November 2025 fand die European Week for Waste Reduction (EWWR) statt, die größte Aktionswoche für Abfallvermeidung und Ressourcenschonung in Europa. Unter dem Motto „Reduce, Reuse, Recycle“ rückte dieses Jahr das Thema Elektroschrott (WEEE – Waste from Electrical and Electronic Equipment) in den Fokus.
Ob Smartphone, Notebook oder E-Bike: Elektronische Geräte sind aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Sie treiben die Digitalisierung voran und sind unverzichtbar für die Energiewende. Mit der steigenden Anzahl an Elektrogeräten im Haushalt rückt auch das End-of-Life-Management ins Zentrum. Das zeigt der aktuelle FutuRaM-Report (Future Availability of Secondary Raw Materials): Allein 2022 fielen in Europa rund 10,7 Millionen Tonnen ausgediente Elektro- und Elektronikaltgeräte an. Darin waren etwa eine Million Tonnen kritische Rohstoffe wie Kupfer, Aluminium, Palladium und seltene Erden enthalten – Ressourcen, die für Schlüsseltechnologien unverzichtbar sind. Bis 2050 könnte sich diese Menge nahezu verdoppeln. Die Zahlen verdeutlichen: Die Wiederverwertung dieser Ressourcen ist ein strategischer Hebel für Europas Rohstoffsicherheit.
Die EWWR setzt auf drei Prinzipien, die den Weg in eine nachhaltige Zukunft weisen: Reduce (Vermeiden), Reuse (Wiederverwenden) und Recycle (Wiederverwerten). Abfälle sollen vermieden werden, in dem Konsum bewusster gestaltet und Produkte langlebiger entwickelt werden. Gleichzeitig gilt es, die Lebensdauer von Geräten zu verlängern, sie zu reparieren oder weiterzugeben, um den Lebenszyklus zu verlängern. Und schließlich müssen Ressourcen nach ihrer Nutzung hochwertig recycelt werden, um sie erneut in den Wirtschaftskreislauf einzubringen. Diese Ansätze sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich notwendig.
Wie das in der Praxis funktioniert, zeigte die Aktionswoche mit zahlreichen Initiativen aus ganz Europa. Schüler:innen gestalteten ausgediente Elektrogeräte zu Lernhilfen und förderten so das Bewusstsein für Ressourcenschonung. Gemeinden organisierten gezielte Sammelaktionen für Altmetalle, um lokale Recyclingkreisläufe zu stärken. Unternehmen setzten auf die Wiedervermarktung von Produktionsabfällen als Sekundär-Rohstoffe. Auch Österreich engagierte sich aktiv für eine nachhaltige Wirtschaft im Rahmen dieser Aktionswoche: Das verdeutlichten Beispiele wie das Repair Café Wien, das defekte Elektrogeräte gemeinsam mit Expert:innen reparierte (Reuse), die Elektrogeräte-Tauschbörse in Graz, die Alternativen zur Entsorgung schuf (Reduce), oder der Upcycling-Workshop in Linz, der aus alten Komponenten kreative Designobjekte kreierte (Recycle).
Die European Week for Waste Reduction setzt ein starkes Zeichen für den Wandel von einer linearen zu einer zirkulären Wirtschaft. Ihr Ziel ist es, Bewusstsein zu schaffen, konkrete Maßnahmen anzustoßen und Akteure zu vernetzen – damit die Prinzipien Reduce, Reuse, Recycle gelebte Realität in Europa werden. So wird aus dem Abfall von heute der Rohstoff von morgen.
Weitere Informationen: European Week for Waste Reduction – EWWR
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